burst

„Zwei Dinge sollen Eltern ihren Kindern geben: Wurzeln und Flügel.“

Neuer Volkskunderaum und volkskundliche Ausstellung in Scharkan

„Zwei Dinge sollen Eltern ihren Kindern geben: Wurzeln und Flügel.“

Dieser Leitspruch soll die Botschaft der neu eröffneten volkskundlichen Ausstellung in Scharkan/Bakonysárkány (Komitat Komorn-Gran) ausdrücken. Schulleiterin Benisné Melinda Manner, Vorsitzende der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung in Scharkan, hat selbst dieses Motto gewählt. Sie gilt als Anregerin und Betreuerin der langjährigen fleißigen Sammel-, Publikations- und Organisationsarbeit, die das Leben der Ungarndeutschen in der Umgebung dokumentiert.

Seit über zwei Jahrhunderten leben Deutsche in Scharkan. Die örtliche Schule hat immer eine wichtige Rolle in der Pflege der deutschen Sprache und Traditionen gespielt. Mit dem Neubeginn des Nationalitätenunterrichts 2005 kamen die Erforschung und Dokumentierung des ungarndeutschen Kulturerbes wieder in Schwung. 2007 wurde ein Bastelraum im Dachgeschoss der Schule eröffnet, mit Töpferei und Holzschnitzerei, wo man alte Handwerke wiederbeleben kann. Alte Fotos wurden digitalisiert und 2008 erschien eine zweisprachige Ausgabe mit dem Titel „Unsere Vorfahren“. Der Band stellt das Alltagsleben und die gemeinsame kulturelle Tradition einer lebendigen Gemeinschaft vor.

Die Schule wurde jetzt um einen neuen Volkskunderaum erweitert, in dessen Vorraum sich die volkskundliche Ausstellung befindet. Die feierliche Übergabe erfolgte am 27. August 2020 in Anwesenheit von prominenten Gästen. Bürgermeister Ferenc Ősz begrüßte die Gäste und stellte das Projekt vor. Schulleiterin Benisné Melinda Manner bedankte sich für die Unterstützung und lobte die Zusammenarbeit, die den Bau des Volkskunderaums und die Verschönerung der Schule ermöglicht hatte.

Bezirksschulamtsleiterin Judit Vereckei hob hervor, dass dieses Projekt zur Verbesserung der Lernbedingungen beiträgt, denn durch die Erweiterung erhielt die Schule einen Raum, in dem Deutsch und Nationalitätenkunde in geteilten Gruppen unterrichtet werden können. Parlamentsabgeordnete Czunyiné Dr. Judit Bertalan betonte, dass in der Schule neben Traditionspflege auch die Anwendung innovativer Methoden und Instrumente eine wichtige Rolle spielt: digitale Medien und Wahlfach Robotik gehören zum Schulalltag. Dr. Zoltán Fürjes, stellvertretender Staatssekretär für die Beziehungen zu Kirchen, Volksgruppen und zur Zivilgesellschaft, hat seine Freude zum Ausdruck gebracht, dass das vom Ministerpräsidentenamt zugesagte Geld gut angelegt wurde und zufriedenstellende Ergebnisse zustande kamen. Der Vorsitzende des Komitatstages Komorn-Gran György Popovics brachte zum Fest die Burschenkapelle aus Kätschka als „Geschenk“ mit.

Die Ausstellung präsentiert uralte Gegenstände aus dem Erbe unserer Vorfahren. Viele Dorfbewohner haben ihre wertvollen Familienreliquien zur Verfügung gestellt. Zahlreiche Geschichten ranken sich um diese Reliquien, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Die Besucher können mehr als hundert Jahre alte Haushaltsgeräte, liturgische Gegenstände, Bauerngeräte, Instrumente, Dokumente und Einrichtungsgegenstände bewundern.

Die Reise in die Vergangenheit gibt nicht nur dem Publikum, sondern auch den Kindern neues Wissen und viel Freude. Die Schüler können die Geschichte ihrer Ahnen kennenlernen und unter dem Einfluss der Ausstellung richtet sich ihr Interesse auf die Kultur der deutschen Volksgruppe.

Mit Freude empfehle ich die volkskundliche Ausstellung allen Besuchern!

Magdolna Szabó

  

Aus dem Inhalt

Gedenkstätte zu Ehren des verstorbenen Vorsitzenden der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen feierlich eingeweiht

Eine Installation – bestehend aus einer dreiteiligen Statue, einer Bank und einem Rosmarinstrauch – verschönert den Hof der Geschäftsstelle der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen in Budapest. Am 6. September wurde die zu Ehren des 2018 verstorbenen Vorsitzenden der LdU Otto Heinek angelegte Gedenkstätte im Rahmen einer bescheidenen Gedenkfeier, in Anwesenheit der Mitglieder der Familie Heinek eingeweiht. Die Gedenkansprache hielt die derzeitige Vorsitzende der Landesselbstverwaltung Ibolya Hock-Englender. An der Veranstaltung – für deren musikalische Umrahmung von drei Schülern des Valeria-Koch-Gymnasiums Fünfkirchen, András Kramm (Akkordeon), András Schramm (Trompete) und Áron Flódung (Klarinette) sowie Musiklehrer Gábor Halmi (Geige) gesorgt wurde – war auch der Künstler der Skulptur Anton Dechandt anwesend.

Heinek-Gedenken

Investition im Sinne der Einheit

Valeria-Koch-Bildungszentrum um neue Klassenräume und neues Lehrerzimmer erweitert

Mit einem hochmodernen Lehrerzimmer für 82 Personen startete das Valeria-Koch-Bildungszentrum ins neue Schuljahr, und die ungarndeutsche Institution in Fünfkirchen wurde zudem auch um drei neue Klassenräume erweitert. Mitte Sommer wurde diese zweite Phase einer großangelegten Sanierungs- und Erweiterungsarbeit an der Schule abgeschlossen, nachdem in der ersten Arbeitsphase 2019 ein neuer Flügel und eine neue Kantine mit Küche fertiggestellt wurden.

Landsmannschaft trauert um ehemaligen Bundesvorsitzenden Gallus Rehm

Ein Mann der ersten Stunde starb im Alter von 95 Jahren

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn trauert um ihren ehemaligen Bundesvorsitzenden Prof. Dr.-Ing. Drs. h.c. Gallus Rehm, teilten Bundespräsidium und Bundesvorstand der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn mit. Prof. Rehm wurde am 18. 10. 1924 in Numja geboren. Aufgrund seiner Verdienste um die Verbindungen zu seiner Herzensheimat im Komitat Branau wurde ihm u. a. die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Surgetin verliehen. Innerhalb der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn gehörte Gallus Rehm zu den so genannten Urgesteinen. Prof. Rehm war seit dem Zusammenschluss der beiden ungarndeutschen Landsmannschaften in Baden-Württemberg und Bayern von 1980 bis 1987 Vorsitzender der Bundesdelegiertenversammlung und von 1987 bis 1999 Bundesvorsitzender der LDU in Deutschland.

VUdAK-Präsentation im HdU

Die sonst dreitägigen Werkstattgespräche des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler schrumpften heuer wegen der Ansteckungsgefahr und der gestrichenen Fördergelder auf eine eintägige Veranstaltung am 10. September im Budapester Haus der Ungarndeutschen. Zuerst wurden in den Sektionen für Literatur und Kunst aktuelle Vorhaben besprochen, vorsichtig Pläne fürs nächste Jahr geschmiedet. Bei der Generalversammlung waren nach fünf Jahren Neuwahlen fällig. Bei 12 persönlichen Stimmen und 18 Vollmachten war die Generalversammlung trotz Corona entscheidungsfähig, konnte über die Tätigkeit 2019 und 2020 diskutieren, Pläne entwerfen und neue Mitglieder aufnehmen.

VUdAK-HdU

Porzellanfenster in der römisch-katholischen Kirche zu Herend

Die erste Kirche, eine auf Steingrund stehende Holzkirche, gab es nach der Neubesiedlung durch die Deutschen in Herend bereits in den 1770er Jahren. Diese Art von Bauten wurde damals oft Beute der Flammen, und das passierte auch ihr. Das neue Gotteshaus bauten die Gläubigen 1828 aus Stein, im Barockstil auf. Ihre Größe entsprach der damals niedrigen Bevölkerungszahl des Dorfes. Die katholische Gemeinde in Herend als Filiale wurde bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts von der Szentgáler Mutterkirche betreut.

Kreuze als Symbol des Zusammenhalts

Deutsche Minderheitenselbstverwaltung Kedri restaurierte 15 Steinkreuze

Vor einigen Jahren hat die Deutsche Minderheitenselbstverwaltung von Kedri/Gödre ein großes Projekt gestartet, indem sie alle Steinkreuze in den drei Gemeindeteilen von Kedri restaurieren lassen wollte. Diese Arbeit wurde bis auf ein Kreuz im Park des Szily-Schlosses in Gödre-Szentmártonpuszta auch vollendet. Das im Jahre 1827 aufgestellte Steinkreuz konnte aus mangelnden finanziellen Mitteln nicht mehr restauriert werden. Doch dank einer besonderen Zusammenarbeit konnte nun das erneuerte Kreuz am 28. August endlich gesegnet und übergeben werden.

Kedri Empfang

Angelwettbewerb in Pogan zu Corona-Zeiten

VUK-Mannschaft war dabei

Ursprünglich war für den bereits 7. Deutschen Nationalitäten-Angelwettbewerb ein Junitermin vorgesehen, doch traute man sich wegen der Pandemie das Ereignis nicht auszutragen. Obwohl nach den Lockerungen im Sommer im September die zweite Welle der Krankheit viele Programme verhindert, konnte der 2. Otto-Heinek-Landesangelwettbewerb am 5. September mit 22 Mannschaften mit einem neuen Teilnehmerrekord veranstaltet werden. Die zahlreichen dreiköpfigen Teams kamen aus den verschiedensten ungarndeutschen Gemeinden Ungarns, selbst aus Rácalmás machte eine neue Angelgesellschaft beim Wettangeln mit.

 

Möchten Sie mehr erfahren? Bestellen Sie Neue die Zeitung!

Weitere Artikel

“Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit!” Neues Begegnungszentrum in Tiedisch steht für die Kooperation