Ungarndeutsches Pädagogisches und Methodisches Zentrum gegründet

Am 1. Januar 2021 wurde das von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen getragene Ungarndeutsche Pädagogische und Methodische Zentrum (UMZ) gegründet, das die Stelle des bisherigen Ungarndeutschen Pädagogischen Instituts (UDPI) einnimmt. Seine Kompetenzen wurden aber durch zusätzliche Aufgabenbereiche erweitert. Über die Änderungen berichtet der beauftragte Institutionsleiter Josef Weigert.

Herr Weigert, was unterscheidet das neu gegründete UMZ vom bisherigen UDPI?

Im strukturellen Aufbau an sich und auch in der Belegschaft gibt es keine Änderungen. Wir sind nun ein eigenständiges Institut, aber wir setzen unsere Arbeit wie gewohnt fort. Zu unseren Tätigkeiten gehören aktuell die Organisierung von Fortbildungen für Pädagogen sowie auch von Foren und Infoveranstaltungen für Institutsleiter, die Kontakthaltung mit den Ministerien und unseren Partnern in Ungarn und in Deutschland, die Organisierung von Aufgaben der Deutsch-Ungarischen Gemischten Kommission, die uns von unserem Träger, der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, zugeteilt werden, aber auch Hilfeleistung bei bildungs- und unterrichtstechnischen Fragen, Organisierung und Abwicklung des Stipendienprogramms für angehende Nationalitätenpädagogen, Bewerbung, Koordinierung der Übernahmeverfahren der Trägerschaften, und auch die Unterstützung bei Aufgaben der Institutsleitung anderer Nationalitäten. Was jetzt noch hinzukommt, ist unsere Zuständigkeit im Bereich der von den örtlichen Nationalitätenselbstverwaltungen übernommenen Bildungseinrichtungen: Mit denen werden wir in Zukunft vor allem in der Dokumentenführung und Dokumentenerstellung, aber auch bezüglich des rechtmäßigen Betriebs und in Finanzangelegenheiten kooperieren.

Wie kam es zu dieser Änderung?

Wir hatten schon lange die Absicht, den ursprünglichen Rechtsstatus, ein eigenständiges Institut – wie das auch bei der Gründung von UDPI der Fall war – wiederherzustellen. Das konnte jetzt verwirklicht werden.

Was bedeutet diese Änderung für die mit Ihnen in Verbindung stehenden Pädagogen oder den sich in der Trägerschaft der LdU und der örtlichen deutschen Selbstverwaltungen befindlichen Institutionen?

Unser Name hat sich geändert, die Aufgabenbereiche wurden erweitert und unser Logo ist auch etwas moderner. Die ständige Kontakthaltung ist weiterhin gesichert, für Fragen stehen wir allen weiterhin per E-Mail zur Verfügung (info@udpi.hu) und auch unsere früheren Telefon- und E-Mail-Verbindungen sind unverändert. Die Pädagogen werden keine Schwierigkeiten im Kontakt mit uns und in der Organisierung von verschiedenen Veranstaltungen – während der Pandemie nur auf der Online-Plattform – erfahren.

Wer sind die Mitarbeiter im neuen Institut?

Michaela Stiller ist die Sekretariatsreferentin, Maria Karsai-Gasser arbeitet als Bildungsreferentin, zuständig für Kindergartenerziehung, Maria Scherzinger ist unsere Bildungsreferentin, zuständig für das Stipendienprogramm für Nationalitätenpädagogen und für die Kontakthaltung, László Appel ist der Referent für Bildungsfragen und Institutsleitungsangelegenheiten, und ich bin als beauftragter Institutionsleiter tätig.

Erreichbarkeiten des Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrums:

Sitz: H-7624 Pécs, Mikes-Kelemen-Str. 13; Tel.: 06 72 514 071 und 06 30 324 5891

Büro in Budapest: H-1062 Budapest, Lendvay-Str. 22; Tel.: 06 1 308 7867 und 06 30 462 6221.

Aus dem Inhalt

Offizielle Online-Übergabe des ungarndeutschen Landeslehrpfades in Baje: LdU-Chefin Ibolya Hock-Englender lädt zum virtuellen Spaziergang ein

„Vergangenheit hat Zukunft“ – dieses Motto trägt der ungarndeutsche Landeslehrpfad auf dem Gelände des Ungarndeutschen Bildungszentrums in Baje. Es handelt sich bereits um den 9. thematischen Weg in Ungarn, der mithilfe einer großzügigen Förderung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat durch die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen etabliert werden konnte, und der über die deutsche Gemeinschaft in unserem Lande erzählt. Die acht Stationen des ungarndeutschen Landeslehrpfades laden ein zu einer Reise durch Raum und Zeit: durch Werk- und Feiertage, durch Arbeit und Vergnügen, durch Bewahrung, Anpassung und Erneuerung, durch Wachstum, Schicksalsschläge und dennoch immer wieder hoffnungsvolle Neuanfänge.

Abschied von Prof. Dr. Loránt Tilkovszky (1927 – 2021)

Im Alter von 94 Jahren verstarb am 13. Jänner der Erforscher der Geschichte der Ungarndeutschen im 20. Jahrhundert, der wissenschaftliche Berater der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Professor emeritus der Universität Janus Pannonius zu Fünfkirchen, Loránt Tilkovszky.

Der Historiker befasste sich seit Anfang der 60er Jahre mit Fragen der Geschichte der Nationalitäten, insbesondere der Deutschen, im 20. Jahrhundert. Seine ersten Arbeiten in ungarischer Sprache über die SS-Werbungen in Ungarn bzw. über den Volksbund der Deutschen in Ungarn lösten widersprüchliches Echo und eine langanhaltende Diskussion bei den heimatverbliebenen und den heimatvertriebenen Ungarndeutschen aus.

Magdalena Marlok-Cservenyi mit dem Preis „Für die Nationalitäten 2020“ ausgezeichnet

„Die Bewahrung der Kultur unserer Ahnen in Schaumar war für mich immer schon eine Herzensangelegenheit“

Magdalena Marlok-Cservenyi, Schuldirektorin i. R., unterrichtete seit 1984 in der Deutschen Nationalitätengrundschule Mátyás Hunyadi in Schaumar, wo sie zwischen 2009 und 2012 als Direktorin tätig war. Ihr Verdienst ist die Einführung des deutschen Nationalitätenunterrichts, des zweisprachigen Unterrichts sowie die Organisierung von Traditionspflege-Veranstaltungen und -Sommerlagern, aber auch die Eröffnung des Deutschen Nationalitätenkindergartens „Lustige Zwerge“. 1994 wurde sie Mitglied und später Vorsitzende der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung Schaumar. An ihren Namen knüpfen sich Denkmäler der Ansiedlung und Vertreibung der Ungarndeutschen in ihrem Heimatort. Sie ist Mitglied des Schaumarer Frauenchors und des Ungarndeutschen Gemischtchors Sanktiwan. Sie beteiligt sich an der Arbeit des Verbandes der Deutschen Selbstverwaltungen in Nordungarn e. V. (ÉMNÖSZ), ist Mitglied dessen Bildungsausschusses und war auch Vollversammlungsmitglied der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Zwischen 2014 und 2019 war sie Vizevorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung im Komitat Pesth.

Die wichtigsten Schutzheiligen

Neulich wurde in NZ über die Heiligenverehrung der katholischen Ungarndeutschen geschrieben. Die für die Gemeinschaften wichtigsten Heiligen wurden landesweit auch durch sie und ihre Attribute darstellende Standbilder verehrt. Diese befanden sich meistens in zentraler Lage im Ort: an der Kirche, an einem Platz, an Brücken sowie auch an einem Straßenrand oder an Wegkreuzungen – je nach der ihnen zugesprochenen Kraft und Wirkung. Die am meisten verehrte und auch am häufigsten dargestellte Heilige ist die heilige Muttergottes, Maria gewesen. Im Beitrag werden einige der allgemein bekannten und in ihrer Verehrung, sowie in ihrer Darstellung als Standbilder am meisten verbreiteten Heiligen beschrieben.

Wemender GJU 30 (+1) Jahre alt

Das Fest blieb aus, aber die Feierstimmung ist allgegenwärtig

Nach der Gründung der GJU, Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher, am 31. Dezember 1989 verbreitete sich die Nachricht darüber im Land in Windeseile, und die ungarndeutschen Orte mit potenziellen Mitgliedern wurden besucht. In Wemend erinnern sich einige noch ganz genau an eine Gesprächsrunde auf dem Spielplatz in lockerer Atmosphäre, wo Studenten den Jüngeren über eine ganz besondere Gemeinschaft erzählten. Wemend war nach Berkina der zweite Ort, wo zu Ostern 1990 ein örtlicher Freundeskreis gegründet wurde, und wohl der einzige, der bis heute aktiv arbeitet.

Gereschlak: Erweiterung und Modernisierung der Grundschule

Die Grundschule in Gereschlak wurde mit einer bedeutenden finanziellen Unterstützung der Gemeinnützigen Hermann-Niermann-Stiftung (Düsseldorf) im Jahre 1995 errichtet. Die Bauarbeiten wurden für drei Etappen geplant. In der ersten Phase wurden die fünf Oberklassen und der Lehrersaal übergeben. In der zweiten Etappe waren die Unterstufen-Klassenräume und die Bedienungsräume des Turnsaales (Umkleideräume, Arztzimmer sowie Bibliothek usw.) an der Reihe. In der letzten Phase war der Turnsaal geplant, aber dafür hatte damals die Selbstverwaltung keine Reserven mehr. In dieser Zwangslage hatte die Schule aus den zwei Zimmern eines alten Bauernhauses einen kleinen Turnraum eingerichtet.

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