Batschkaer ehren den Vorsitzenden des Komitatsverbandes Josef Manz

Der Verband der Deutschen Minderheitenselbstverwaltungen des Komitats Batsch-Kleinkumanien veranstaltete am 12. November im Ungarndeutschen Bildungszentrum in Baje den traditionellen Batschkaer Ungarndeutschen Kulturabend.

Die vor 32 Jahren gegründete, mehrere goldene Qualifikationen und schöne Anerkennungen erlangte Anton Kraul-Blaskapelle aus Waschkut unter der Leitung von György Huzsvay begrüßte die Gäste in der voll besetzten Aula schon vor Beginn mit ungarndeutschen Melodien und spielte auch später im Programm auf. Durch das Programm führte Dóra Pocsai, Gymnasiastin des UBZ.

Der Nadwarer Kinderchor erhielt den Sonderpreis des Kinder- und Jugendfestivals. Die von der begeisterten Pädagogin Susanne Nagy vorbereiteten Mädchen und Buben sangen Volkslieder zum Themenbereich „Handwerker“. Bettina Emmert, Schülerin des Ungarndeutschen Bildungszentrums, erreichte im Mai beim Landesrezitationswettbewerb in der Mundartkategorie der Gymnasiasten den 1. Platz. Sie erfreute die Zuschauer mit der lustigen Kurzgeschichte „Der neue Pfarrer im Dorf“. Vorbereitet wurde sie von Paula Paplauer.

Die 2002 gegründete Tanzgruppe „Zwei weiße Rosen“ aus Tschikri unter der Leitung von Hans Koch erreichte den Festivalpreis des Kinder- und Jugendfestivals. Die mit silberner und goldener Qualifikation bewertete Gruppe präsentierte von Lívia Gálfi beigebrachte ungarndeutsche Volkstänze.

Der andere Festivalpreisträger, der unlängst gegründete sechsköpfige Gesangkreis „UBZ Nachtigallen“, wurde von Gesangslehrerin Margó Kovács vorbereitet. Die Schülerinnen verzauberten mit ihrer Darbietung das Publikum. Sie sangen zwei- bzw. dreistimmig ungarndeutsche Volkslieder, auf dem Akkordeon begleitete sie Josef Emmert.

Zum Schluss des Programms trat die Traditionspflegende schwäbische Volkstanzgruppe aus Hajosch unter der Leitung von Zsolt Szabó auf die Bühne. Mit der Choreographie „Hajoscher Spinnreihe“ von Marta Czifra erhielt die Gruppe im Jahre 2014 vom Landesrat ungarndeutscher Chöre, Kapellen und Tanzgruppen die Qualifikation Gold. Mehrere Generationen tanzten gemeinsam, die Zuschauer wurden von der guten Stimmung der Produktion mitgerissen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Auszeichnung „Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun“ zum 16. Mal verliehen. Die Anerkennung wurde dieses Jahr dem langjährigen Vorsitzenden des Komitatsverbandes Josef Manz überreicht. Die Urkunde und den goldenen Ring mit dem Wappen des Komitatsverbandes überreichte nach der Laudatio der stellvertretende Vorsitzende Hans Glasenhardt (Foto). Otto Heinek, Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, gratulierte dem Ausgezeichneten und hob seine Fähigkeiten zur Problemlösung und seine besondere Herangehensweise hervor. Dr. Elisabeth Knab, Vizevorsitzende des UBZ-Stiftungsrates, selbst Trägerin der Auszeichnung, würdigte beim anschließenden Empfang die Verdienste von Josef Manz.

Josef Manz mit Auszeichnung

Josef Manz wurde am 13. Oktober 1956 in Almasch als Sohn einer aus Hodschag, aus der Südbatschka stammenden Bauernfamilie geboren. Von Beruf ist er Uhrmachermeister. 1980 gründete er mit seiner Frau Adelheid den Lenau-Klub in Baje, der bis 1991 aktiv war. Seit 1980 wird der Kathreinenball veranstaltet, 2016 findet er schon zum 37. Mal statt. 1991 war er Mitbegründer des Batschka Deutschen Kulturvereins, dessen Vorstandsmitglied er von Anfang an ist. In den 90er Jahren initiierte er die deutschsprachigen Messen in Baja sowie 2002 die deutschen Messen auf Komitatsebene, die in Kalocsa, Hajosch und Baja stattfinden.

Von 1990 – 1994 war er Fürsprecher der deutschen Minderheit in Baja. Seit 1994, seit der ersten Wahl, ist er mittlerweile schon in der 6. Legislaturperiode der Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung in Baja. Seit 1999 ist er Mitglied des Vorstandes des 1995 gegründeten Verbandes der Deutschen Minderheitenselbstverwaltungen des Komitats Batsch-Kleinkumanien, seit 2007 der Vorsitzende. Von 2007 bis 2014 war er Mitglied der Deutschen Selbstverwaltung des Komitats Batsch-Kleinkumanien, von da an ist er deren Vorsitzender. Seit 2003 ist er Mitglied der Vollversammlung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Seit 2011 ist er Vorsitzender des Kulturausschusses der LdU. Seit Anfang ist er Mitglied des UBZ-Stiftungsrates, auf seine Initiative ist die Bajaer Deutsche Selbstverwaltung Mitträger des Instituts.

Der Erhalt der deutschen Sprache und der Mundart liegen ihm am Herz, in diesem Sinne wurden alle seine drei Kinder erzogen. Die Aufrechterhaltung des Deutschtums in Ungarn und im Donaubecken betrachtet er als eine sehr wichtige Aufgabe.

Aus dem Inhalt

Musikalische Einstimmung auf die Weihnachtszeit

„Das Herz weihnachtlich aufgemacht, / Denn bald schon kommt die stille Nacht. / Ein bisschen Einkehr halten / Und ab und zu die Hände falten. / Adventszeit will uns lehren, / Ein bisschen mehr zu geben als zu nehmen.“ Mit diesem weihnachtlichen Spruch hieß Moderatorin Krisztina Szeiberling die Gäste im vollen Fünfkirchner Kodály-Zentrum zum traditionellen Weihnachtskonzert der Stiftung Ungarndeutsches Volkstanzgut willkommen. Mit wunderbaren Kirchenliedern, adventlichen Chorälen, virtuoser Akkordeonmusik oder Zitherspiel wurden die Zuschauer auf die Advents- und Weihnachtszeit eingestimmt.

40 Jahre Gereschlaker Kindergarten

Der Ungarndeutsche Kindergarten „Sonnenblume“ in Gereschlak feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Jubiläum. Im August 1976 wurde der Kindergarten in einem zu diesem Zweck neu errichteten Gebäude eröffnet. Schon im zweiten Jahr wurde die deutsche Spracherziehung eingeführt und später im Jahre 1990 eine zweisprachige Kindergruppe gegründet. Im selben Jahr wurde den Kindern auch wunderschöne Trachtenkleidung zur Verfügung gestellt. Das hat die noch lebendigere und tiefere Pflege der ungarndeutschen Traditionen ermöglicht. Seitdem bietet der Kindergarten zweisprachige Erziehung an, die heute schon jedes Kind betrifft, da der Kindergarten in Form einer einzigen und deswegen altersgemischten Gruppe funktioniert.

Bleyers kontrovers – Manuskriptdebatte an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften

Zu einer Manuskriptdebatte über die Studie von Pál Pritz und Réka Marchut (Foto), „Nationalitätenpolitik im internationalen Kräfteverhältnis. Anhand des Beispiels von Jakob Bleyer“ lud das Minderheitenforschungsinstitut der Akademie der Wissenschaften in Budapest ein. Ziel dieser Debatten ist es, die Meinung renommierter Experten und Kollegen einzuholen um eventuelle Verbesserungen, Veränderungen an einem Manuskript vorzunehmen. Réka Marchut erschloss neue deutsche und rumänische Quellen (in Berlin und Bukarest) für ihre Studie. Pál Pritz betonte, dass das Thema viel Verletzungsgefahr und Gekränktheit in sich trage.

Wanderbündel in der Audi Hungaria Schule

Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen rief im Frühling diesen Jahres die landesweite Wanderbündelaktion ins Leben. An der Aktion, die bis Januar 2017 dauert (aber vielleicht verlängert wird), nehmen an die 30 ungarndeutschen Schulen teil. Am 14. November traf das Wanderbündel von Wesprim kommend in Raab ein, wo es von den Schülerinnen und Schülern des Audi Hungaria Bildungszentrums als 21. Station der Aktion in Empfang genommen wurde. Während der vorangegangenen Wochen wurde als Vorbereitung auf den Projekttag im Geschichts-, Literatur- und Volkskundeunterricht der Klassenstufen 9 – 11 dieses dunkle Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts eingehend behandelt. Die Schülerinnen und Schüler der elften Klasse gingen sogar im Stadtarchiv auf Spurensuche. Im Rahmen eines Projekttages fand dann die Ausarbeitung des Themas statt.

Hartianer zu Gast in Essegg

Am letzten Novemberwochenende hat eine kleine Delegation des Hartianer GJU-Freundeskreises Essegg (Kroatien) besucht, um Kontakte mit den dort lebenden Deutschen aufzubauen. Renata Trischler, Geschäftsführerin der Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien und Frau Dara Mayer, Vorsitzende des Vereins der Deutschen und Österreicher Vukovar, haben die Hartianer auf dem Hauptplatz der Essegger Festung an der Dreifaltigkeitssäule begrüßt, wo auch eine Delegation des Deutschen Vereins „St. Gerhard“ aus Sombor unter der Leitung von Anton Beck mit dabei war. Während des Stadtbummels haben wir viele interessante Informationen über die Geschichte der Stadt und über die dort und in der Region lebende donauschwäbische Volksgruppe erfahren.

Würdige Erinnerung an die Opfer der Verschleppung

Im 70. Gedenkjahr an die Opfer von Verschleppung und Vertreibung mangelt es nicht an besonderen Programmen. Im Janus-Pannonius-Museum in Fünfkirchen wird eine sehr bewegende und reiche Ausstellung, basierend auf Erinnerungen und persönlichen Gegenständen der Überlebenden von Malenkij robot, mit dem Titel „Idegen ég alatt – Oroszföldön meggyötörve“ [Unter fremdem Himmel] gezeigt. Thematisiert werden anhand der Erinnerungen der Zeitzeugen die Umstände nach dem Zweiten Weltkrieg und gezeigt werden aus Russland heimgebrachte Gegenstände, die die Zwangsarbeiter aufgehoben haben.

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Lebenslanger Dienst im Deutschunterricht Zwei Ungarndeutsche aus der Gründergeneration, die sehr viel für den Bildungsbereich unserer Volksgruppe getan haben, Rosa Mammel und Josef Lantos, verließen uns in letzter Zeit