„Sprachkenntnisse, Projektmanagement, digitale Fähigkeiten, Diskussionskultur“

Maturafeier im UBZ Baje

101 Schüler erhielten ihre Schulabschlusszeugnisse bei der traditionellen Abschlussfeier des Ungarndeutschen Bildungszentrums in Baje. Mit einer würdigen Zeremonie am 26. Juni bekamen 46 Absolventen sowohl das Deutsche als auch das Ungarische Abiturzeugnis, 38 Schüler ein Nationalitäten-Zeugnis, 20 einen Fachgymnasiumabschluss und einen Berufsabschluss als Hotelrezeptionist. Alle Schüler der Einrichtung haben eine deutsche Sprachprüfung, die meisten davon auf C1 Niveau, und fast 70 % der Schüler haben auch eine englische Sprachprüfung abgelegt, viele ebenfalls auf C1 Niveau. Die Schüler des 13. Jahrgangs des Fachgymnasiums, die ihren Abschluss im zweiten Beruf – Tourismusorganisation und -marketing – gemacht haben, konnten an der Veranstaltung nicht teilnehmen, weil sie jetzt alle in der wiederauflebenden Tourismusbranche arbeiten, viele von ihnen dank ihrer Sprachkenntnisse im Ausland.

Die Veranstaltung begann mit den Hymnen Ungarns, Deutschlands und der Ungarndeutschen, gefolgt von der Rede von Hauptdirektorin Theresia Szauter. Sie begrüßte neben den Ehrengästen auch die Eltern der Absolventen und dankte ihnen für ihre Unterstützung und Ermutigung, mit denen sie ihren Kindern zu einem erfolgreichen Abschluss verholfen haben. Zwei Mütter begrüßte sie ganz besonders: Frau Gabriella Scherer, die ehemalige Hauptdirektorin des UBZ, der im Namen der gesamten UBZ-Gemeinschaft zur Verleihung des angesehenen Staatspreises, des Apáczai-Csere-János-Preises (NZ 25/2021), ein Glückwunsch ausgesprochen wurde und Dr. Maria Emmert, die bisherige Vorsitzende des UBZ-Elternvereins, und dankte ihr für die gewissenhafte Arbeit, die sie in den letzten Jahren geleistet hat. Schließlich wandte sie sich an die Absolventen und sagte mit Bezug auf die Werte, die die Institution vermittelt: „Als Leitfaden möchte ich euch statt einer Geschichtsstunde den Rat eines Baumes geben, der so geht: ‚Trinke viel Wasser. / Erinnere dich an deine Wurzeln. / Sei fähig zur Erneuerung. Sei dankbar für die Pflege. / Stehe stolz und mit geradem Rücken. Biete deine Früchte uneigennützig an. / Sei zufrieden mit dem, womit die Natur dich gesegnet hat. / Genieße die Aussicht!‘“

Anschließend betonte Katja Dorrmann, Kulturreferentin der Deutschen Botschaft in Budapest, dass sowohl Schüler als auch Lehrer in diesem schwierigen Jahr erfolgreich waren. „Das Leben aller nimmt jetzt eine neue Richtung, nachdem die Zeit im UBZ vorbei ist. Neben wertvollem Wissen habt ihr in dieser Einrichtung auch die richtige Grundlage an Offenheit und Toleranz erhalten. So sollt ihr auch sein und die Gesellschaft braucht euch! Bleibt neugierig und macht euch dieses neue Wissen zu eigen!“

Miklós Egri, Vorsitzender des Kuratoriums, teilte seine festlichen Gedanken mit dem Publikum. „Liebe Eltern! Erinnern Sie sich daran, wie Ihr Kind bei der Einschulung aussah, und vergleichen Sie dieses Bild mit den jungen Menschen von heute. Diese Schüler haben im Laufe der Jahre viel gelernt: Sie haben sich in Teamarbeit, Sprachkenntnissen, Projektmanagement, digitaler Kompetenz, Debattierfähigkeit, unabhängiger Meinungsbildung und Argumentation geübt. Das sind Fähigkeiten, die in der heutigen Welt unerlässlich sind, und ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass das UBZ eine Schlüsselrolle dabei spielt, Schüler auf diese Welt vorzubereiten. Ich wünsche euch, liebe Absolventen, dass ihr im Leben erfolgreich seid und eure Ziele erreicht. Nutzt das Wissen, das ihr hier gewonnen habt.“

Peter Stübler, der deutsche Direktor des UBZ, meinte: „Denkt darüber nach, was ihr aus dieser Einrichtung mitgenommen habt und wer euch geholfen hat! Ich bin stolz auf unsere Lehrer, die euch den Weg geebnet haben, und natürlich danke ich euren selbstlos hilfsbereiten Eltern! Glaubt mir, es war für euch ein großes Geschenk, dass ihr in dieser Schule gelernt habt! Ein Kapitel eures Lebens ist nun zu Ende gegangen. Schaut guten Herzens zurück und blickt optimistisch in die Zukunft! Ich wünsche euch, dass ihr den Weg findet, der euch zu einem glücklichen Leben führen wird!“

Dóra Zsednai betonte im Namen der Klassenlehrer der Abschlussklassen, dass die Schüler trotz der Schwierigkeiten, die durch die Pandemie verursacht wurden, gut gearbeitet haben. „Aber es ist nicht nur die Leistung, die das UBZ auszeichnen, sondern auch die Wertschätzung untereinander und die herzliche Atmosphäre, auch in Zeiten der Krise. Ich wünsche euch, dass ihr auf eurem weiteren Weg immer die Kraft der Gemeinschaft spürt… Ihr seid stark und jung, die Welt liegt vor euch!“

Flóra Andriott aus der Klasse 12a übermittelte die Gedanken der Absolventen. „Es war eine Freude, auf diese Schule zu gehen, ich werde die Atmosphäre vermissen. Wir sind unseren Lehrern dankbar! Wir werden mit schönen Erinnerungen und dem entsprechenden Wissen das UBZ verlassen.“

Zusätzlich zu den Abschlusszeugnissen wurde eine Reihe von Preisen an Absolventen verliehen, die durch ihre Prüfungsergebnisse, gemeinnützige Arbeit oder Aktivitäten im ungarndeutschen Bereich das Ansehen der Institution erhöht haben. Der Preis der Ungarndeutschen Nationalitätenselbstverwaltung Baje wurde an Eliza Emmert verliehen, während die prestigeträchtigste Auszeichnung des UBZ, der Preis des Kuratoriums, von Miklós Egri an Bence Gattyán überreicht wurde.

Der feierliche Anlass wurde auch durch ein kleines Programm bereichert. Die Familie Emmert erfreute das Publikum mit der Polka von S. Schwabinger „Gablonzer Perlen“, Eszter Hambalkó und Kloé Reinhald – begleitet von Ariel Szabó auf dem Klavier – sangen Gergő Dánielfis Lied „Mondhatsz még egy szót“, und die Internatsband spielte den bekannten Hit „Stand by me“ von Ben E. King.

Antal Fiedler

Aus dem Inhalt

 

Pädagogischer Naschmarkt

Ideen, Methodenvielfalt gewürzt mit ungarndeutschen Inhalten

Die Online-Fortbildung für Pädagogen schmeckte nach mehr! Die Teilnehmer konnten sie in kleinen Workshop-Häppchen genießen, in denen sie unterhaltsame und praktische Zutaten für den Alltag im Kindergarten und in der Schule für Unterstufe fanden. Die Vielfalt der angebotenen Köstlichkeiten, von denen man hier und da sogar richtigen Appetit bekam, sorgte für eine zukünftige Inspirationsquelle. Das Ungarndeutsche Pädagogische und Methodische Zentrum (UMZ) organisierte vom 16. – 18. Juni 2021 eine dreitägige Online-Fortbildung für Pädagogen. Bekannte und anerkannte ReferentInnen hielten Webinar in unterschiedlichen Themen.

 

Nachruf auf Johann Magasházi

Johann Magasházi, den bekannten Knopfharmonikaspieler aus Marka, hat der Tod am 22. Juni 2021 aus dem Leben gerissen. Er wurde am 18. September 1936 in Marka geboren, wo er ein Leben lang treuer Einwohner war. Er trat schon als kleines Kind in die Fußstapfen seines Vaters, der ein begnadeter Knopfharmonikaspieler war. Das Notenlesen lernte er von seinem Freund Ferry Seidl, sein Spezialinstrument, das seinen Vorstellungen entsprach, kaufte er in den 80er Jahren. Seitdem trat er regelmäßig auf Festivals, Harmonikatreffen und Kulturveranstaltungen auf. Sein Publikum verzauberte er zuerst als Soloharmonikaspieler, gesellte sich aber bald als engagierter Begleiter den Kulturgruppen zu, die Musikbegleitung brauchten. In seinem Heimatdorf nahm er auch in der Deutschen Selbstverwaltung eine aktive Rolle zuerst als Vizevorsitzender, dann als Vorsitzender ein. 2001 gründete er den deutschen Nationalitätenchor in Marka, der trotz Verluste wegen Corona auch heute noch niveauvoll funktioniert.

 

Doppelte Jubelfeier in Wesprim

Im Sinne des Zitates von Thomas Morus „Die Tradition ist nicht das Hüten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“ fand am 27. Juni das 30-jährige Jubiläum der Gründung des Wesprimer Ungarndeutschen Nationalitätenklubs und das 25-jährige Jubiläum der deutschsprachigen Messe statt. Angefangen hat die Feierlichkeit mit einem Konzert von fünf Chören in der St.-Ladislaus-Kirche. Nach einer langen Zwangspause haben die Mitglieder der geladenen Chöre zusammengefunden und wunderschön die Kirchenlieder ertönen lassen. Eingeladen zum Fest und veranstaltet wurde es vom Wesprimer Deutschklub unter der Leitung von Elisabeth Fertig unter der Schirmherrschaft des Abgeordneten Péter Óvádi und des Vorsitzenden der Deutschen Komitatsselbstverwaltung Franz Heilig.

Nach den Grußworten des Abgeordneten Péter Óvádi ertönte der Grußgesang des Chores vom Wesprimer Deutschklub unter der Chorleitung von Elisabeth Fertig, die auch das Programm moderierte. „Wie wohl ist mir o’ Freund der Seelen…“

 

Tiere und Umwelt

VUK-GJU-Sommercamp in Fünfkirchen

Ein VUK-Sommercamp ohne Übernachtung wurde vom 21. – 25. Juni in Kooperation mit der GJU im Wohnheim des Valeria-Koch-Bildungszentrums in Fünfkirchen abgehalten. Die kleine Gruppe von 17 Personen hat eine spannende, erlebnisreiche, aber auch sehr heiße Woche hinter sich. Letztes Jahr konnte in Fünfkirchen wegen der Pandemie kein Camp des Vereins für Ungarndeutsche Kinder durchgeführt werden, auch heuer begleitete die Ungewissheit bezüglich Durchführung fast bis zum Start. Doch erfreulicher Weise konnte das Programm durchgeführt werden. Die Zug- und Zuchttiere hatten früher bei den Ungarndeutschen eine besonders wichtige Rolle. Man ist aus verschiedenen Perspektiven an das Thema herangegangen, so dass auch das sprachliche Repertoire der Kinder erweitert werden konnte. Neben Wissenserweiterung und Förderung der sprachlichen Kompetenz der Schüler wurde auch darauf geachtet, dass sie die Möglichkeit sowohl zur Einzel- als auch zur Gruppenarbeit haben, aber neben Lernen während der fünf Tage auch viel Spaß haben.

 

Stammtischgruppe aus Neudörfl im HdU

Nach endlosen – und wegen der Pandemie besucherlosen – Monaten, konnte sich endlich wieder eine Gruppe im Haus der Ungarndeutschen in Budapest einfinden! Zentrum-Direktorin Monika Ambach, NZ-Chefredakteur Johann Schuth und Bibliothekar Nándor Frei empfingen am Freitagnachmittag eine Delegation aus Neudörfl mit Teilnehmern auch aus Maan und Saar zu einer außerordentlichen Stammtischsitzung. Im Rahmen des gemütlichen Gesprächs am 2. Juli wurde den Besuchern über die Tätigkeiten des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums, der Neuen Zeitung und des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler erzählt bzw. die Redaktion des ungarndeutschen Wochenblattes und die Ungarndeutsche Bibliothek gezeigt.

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