Lenau-Preis an Prof. Katharina Wild

Zahlreiche Personen hatten sich im Fünfkirchner Lenau-Haus zur Verleihung des Lenau-Preises versammelt. Sogar eine Delegation des Bundes der Vertriebenen in Bayern, unter ihnen Christian Knauer, Landesvorsitzender des Bundes der Vertriebenen in Bayern, Hans Schmuck, Vorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn in Bayern, und Herta Daniel, Bundesvorsitzende des Verbandes Siebenbürger Sachsen, nahm an der feierlichen Verleihung des Lenau-Preises am 7. April teil.

Vereinsvorsitzender Lorenz Kerner übergibt den Lenau-Preis an Prof. Katharina Wild Vereinsvorsitzender Lorenz Kerner überreicht den Lenau-Preis an Prof. Katharina Wild

Die diesjährige Preisträgerin Prof. Dr. Katharina Wild wurde 1941 in Bawaz geboren. Nach der Matura im Klara-Leőwey-Gymnasium studierte sie in Szegedin Germanistik und Geschichte und erwarb 1965 ihr Lehrerdiplom. Ihre pädagogische Laufbahn begann in Bonnhard und setzte sich im Fünfkirchner Komarov-Gymnasium fort. 1975 wurde sie Assistentin am Deutschen Lehrstuhl der Pädagogischen Hochschule. Ihre Doktorarbeit reichte sie 1979 mit dem Titel „Zur Syntax der eingeleiteten Nebensätze in den Fuldaer deutschen Mundarten Südungarns“ ein.

1990 wurde sie zur Dozentin ernannt und übernahm 1994 die Leitung des Germanistischen Lehrstuhls, dessen Inhaberin sie bis 2006 war. Auf ihre Initiative wurde an der Universität Fünfkirchen das Fach Deutsch als Nationalitätensprache gestartet. 2000 habilitierte sie mit der komplexen sprachlichen Analyse der südungarischen Fuldaer Mundarten.

Sie erstellte zahlreiche Materialien für den Unterricht, nahm nach der Wende an der Ausarbeitung des ersten Lehrplans für Volkskunde teil, ist Mitautorin und Redakteurin von zahlreichen ungarndeutschen Publikationen wie „Hoppe, hoppe Reiter“ oder „Großmutters Küche“. Mit der Dorfmonografie „Babarc/Bawaz“ schuf sie ihrer Heimatgemeinde ein würdiges Denkmal.

Bawazer gratulieren ihrer ausgezeichneten Landsmännin mit einem kleinen Programm Bawazer gratulieren ihrer ausgezeichneten Landsmännin mit einem kleinen Programm

In ihrer Laudatio würdigte die Leiterin des Germanistischen Instituts der Universität Fünfkirchen, Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland und ehemalige Studentin von Prof. Wild, Dr. Zsuzsanna Gerner, die wissenschaftliche und pädagogische Tätigkeit von Dr. Wild. Sie hob hervor, Frau Dr. Wild sei streng, aber immer korrekt. Ihre Erwartungen seien aber nicht nur gegenüber ihren Kollegen und Studenten, sondern auch sich selbst immer sehr hoch. Sie finde immer einen Weg, die Mitarbeiter und die Studierenden zu motivieren und zu fördern. Ihr herausragendes Lebenswerk wurde mit zahlreichen Preisen geehrt (Minderheitenpreis, Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum, Pro Facultate Philosophica Universitatis Quinqueecclesiensis u.a.). Sie blieb aber immer bescheiden.

In ihrem Festvortrag gab die Ausgezeichnete eine kurze Einführung in die Vielfalt der ungarndeutschen Dialekte in Südungarn. Der Ungarndeutsche Kulturverein ihrer Heimatgemeinde Bawaz ehrte die Professorin mit einem kleinen Kulturprogramm.

Aus dem Inhalt

 

Ehrentitel „Wein der Ungarndeutschen 2017“ verliehen – 643 Weine beim Jubiläums-Weinwettbewerb der Ungarndeutschen in Nadasch bewertet

Der in der Branauer Gemeinde Nadasch auf eine fast drei Jahrzehnte lange Tradition zurückblickende Weinwettbewerb wurde zum zehnten Mal landesweit vom Nadascher Winzerverein und der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen gemeinsam ausgetragen. Zur Veranstaltung hat man heuer besonders viele Weine nominiert, die in der Hoffnung auf eine gute Qualifizierung und einen Ehrenpreis miteinander wetteiferten. Auch diesmal war die Anerkennung „Wein der Ungarndeutschen“ die begehrteste. Bei der feierlichen Verkündung der Ergebnisse der Weinqualifikation am 8. April ist heuer der Sauvignon Blanc 2016 der Nadascher Garai-Kellerei „Weißwein der Ungarndeutschen“ geworden. Den Ehrentitel „Rotwein der Ungarndeutschen“ darf ein 2012er Willander Cabernet Sauvignon des Weinguts Vin Art tragen, der „Rosé der Ungarndeutschen“ ist 2017 der Blaufränkisch Rosé 2016 des Weinguts Erdős aus Soltvadkert.

 

Katharina-Kreisz-Preis für verdiente Pädagoginnen im Komitat Pesth

Anlässlich der Komitatsrunde Pesth des Ungarndeutschen Rezitationswettbewerbes in Hartian am 6. April wurden die Katharina-Kreisz-Preise vom Vorsitzenden der Deutschen Selbstverwaltung des Komitats Pesth János Schrotti feierlich überreicht an Frau Maria Heli, geb. Rutterschmiedt, Kindergärtnerin des „Kinderburg“-Kindergartens in Hartian, an Frau Katalin Michelberger, Lehrerin der Unterstufe der Jakob Bleyer Deutschen Nationalitätengrundschule in Wudersch, an Frau Cecilia Kreisz aus der Grundschule Fürst Taksony in Taks und an Frau Andrea Tarnai vom Friedrich-Schiller-Gymnasium in Werischwar. Die Neue Zeitung veröffentlicht die Würdigungen.

 

Eine würdige Gedenkfeier in Agendorf

Wie jedes Jahr im April wurde der Menschen in Agendorf gedacht, die von heute auf morgen ihre Heimat verlassen mussten. Ein bedrückendes Gefühl, wenn um 15.05 Uhr die Glocke der evangelischen Kirche zur Erinnerung läutet. Damals, 1946, setzte sich zu diesem Zeitpunkt der Zug mit den Vertriebenen in Richtung Deutschland in Bewegung. Weinend nahmen die Menschen Abschied von dem Ort, der seit Menschengedenken ihr Zuhause war. Das Vieh in den Ställen, der Wein in den Fässern, alles blieb zurück, ebenso wie viele Freunde.

Bündelprojekt im DNG: „Sie sind mit einem Bündel gekommen, so sollen sie auch gehen!“

Die Wanderbündel-Aktion wurde von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen ins Leben gerufen, mit der Zielsetzung, der Ungarndeutschen zu gedenken, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat „mit einem Bündel“ verlassen mussten. Das Bündel startete am 22. April 2016 im Valeria-Koch-Bildungszentrum Fünfkirchen und ist auch im Deutschen Nationalitätengymnasium in Budapest angekommen. Das Gymnasium erhielt das Bündel von der Audi Hungaria Schule in Raab und gab es an die Deutsche Nationalitätenschule in Woj weiter.

Die ungarndeutsche Fußballmannschaft zu Besuch im Vatikan

Die ungarndeutsche Fußballmannschaft hatte Anfang April die Möglichkeit, einer Einladung der Farkas-János-Stiftung, der Stiftung der ungarischen Zigeunerauswahl, nach Rom zu folgen. Voriges Jahr bei der Europeada lud István Mezei, Manager der Zigeunerauswahl, die Mannschaft zu einem Fußballspiel gegen die Schweizer Garde und zur Audienz beim Papst ein. Natürlich wurde diese Möglichkeit gern wahrgenommen!

Maria Theresia vor 300 Jahren geboren

Anlässlich des Jubiläumsjahres präsentiert die Österreichische Nationalbibliothek in der Wiener Hofburg mit etwa 160 Bildern, Drucken, Manuskripten und Objekten die Person Maria Theresia und ihre Rolle in Österreich und Europa. Obwohl die regierende Erzherzogin von Österreich sowie Königin von Böhmen und Ungarn nie zur Kaiserin gewählt oder gekrönt wurde, ist sie jedoch allgemein als Kaiserin bekannt.

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